Agentic Commerce bezeichnet die nächste Evolutionsstufe des E-Commerce, bei der autonome KI-Agenten anstelle von menschlichen Nutzern Kaufentscheidungen vorbereiten oder treffen sowie Transaktionen durchführen. Während klassischer E-Commerce auf der manuellen Suche und Auswahl durch den Menschen basiert, delegiert der Nutzer beim Agentic Commerce die Recherche, den Preisvergleich und den Bezahlvorgang an eine Künstliche Intelligenz.
Funktionsweise
Im Agentic-Commerce-Ökosystem agiert die KI als persönlicher Einkaufsassistent. Der Nutzer gibt lediglich eine Intention vor (z. B. „Buche mir das nachhaltigste Hotel in Berlin für das nächste Wochenende“ oder „Bestelle neue Laufschuhe mit der besten Dämpfung für meine Größe“). Der KI-Agent greift über standardisierte Protokolle wie das Google UCP auf Produktdaten zu, bewertet Optionen basierend auf Nutzerpräferenzen und schließt den Kauf autonom ab.
Zentrale Merkmale
Autonomie: Die KI handelt innerhalb definierter Parameter (Budget, Vorlieben) selbstständig.
Proaktivität: Agenten können Bedarfe antizipieren, etwa wenn Verbrauchsgüter zur Neige gehen, und proaktiv Nachbestellungen vorschlagen.
Hyper-Personalisierung: Entscheidungen basieren auf einem tiefen Verständnis des Nutzerverhaltens und historischer Daten.
Schnittstellen-Fokus: Der Fokus verschiebt sich von visuell ansprechenden Webshops hin zu maschinenlesbaren Datenfeeds und APIs.
Bedeutung für den Handel
Für Unternehmen bedeutet der Wandel zum Agentic Commerce, dass Marketing-Maßnahmen (SEO/SEA) nicht mehr nur Menschen, sondern zunehmend Algorithmen überzeugen müssen. Die technische Bereitstellung strukturierter Daten und die Integration in Ökosysteme wie Google Shopping oder spezialisierte KI-Plattformen werden zum entscheidenden Wettbewerbsvorteil für die Conversion-Rate.
Abgrenzung Agentic Commerce vs. Agentic Sales
Agentic Commerce repräsentiert die Nachfragerseite (Pull), in der Einkaufs- oder Shopping-Agenten Bedarfe decken, Angebote vergleichen und autonom abschließen. Agentic Sales hingegen agiert aus der Perspektive des Anbieters (Push), wobei Verkaufs-KI-Agenten Leads generieren, qualifizieren und Verhandlungen führen, um Umsatz zu maximieren. Beide Konzepte verschmelzen im M2M-Commerce-Ökosystem, wo Sales-Agenten direkt mit Commerce-Agenten über Protokolle wie Googles UCP interagieren und Transaktionen maschinegesteuert abwickeln.
Quellen: